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Turniere

Freilos, Setzliste und Gleichstand: so lösen Turnierplaner das

Drei Fragen sorgen bei fast jedem Turnier für Diskussionen: Wer bekommt ein Freilos? Wer wird wohin gesetzt? Und wer steht vorne, wenn zwei gleich viele Punkte haben? Mit klaren Regeln vor dem ersten Spiel gibt es später keinen Streit.

4 Min. Lesezeit

Das Freilos

Ein Freilos bekommt, wer in einer Runde keinen Gegner hat. Er kommt kampflos weiter oder erhält die Punkte für einen Sieg. Wer das Freilos bekommt, hängt vom Modus ab:

Wer bekommt das Freilos?
ModusWann?Wer?Wertung
K.-o.-Systemnur in Runde 1, wenn die Zahl keine Zweierpotenz istdie Bestgesetztenkampflos weiter
Doppel-K.-o.Runde 1 der Gewinnerrundedie Bestgesetztenkampflos weiter, keine Niederlage
Jeder gegen jedenjede Runde bei ungerader Zahlreihum jeder genau einmalspielfrei, keine Punkte
Schweizer Systemjede Runde bei ungerader Zahlder Tabellenletzte ohne bisheriges Freiloszählt wie ein Sieg

Im K.-o.-System ist die Zahl der Freilose die nächste Zweierpotenz minus die Teilnehmerzahl. Bei 12 Teilnehmern hat der Baum 16 Plätze, also gibt es 4 Freilose für die Plätze 1 bis 4. Der Grund: Wer sich über eine Rangliste einen guten Platz erspielt hat, soll belohnt werden, und die Vorrunde bekommt einen Sinn.

Freilos und Statistik

Ein Freilos ist kein gewonnenes Spiel. In der Tabelle des Turnierplaners zählt es bei Siegen und Punkten mit (Schweizer System), aber nicht bei den gespielten Spielen und den Treffern.

Die Setzliste

Die Setzliste ordnet die Teilnehmer nach ihrer Stärke, Platz 1 ist der Favorit. Grundlage kann eine Vereinsrangliste, der Average beim Dart oder einfach die Einschätzung der Turnierleitung sein. Ohne Grundlage wird gelost.

Wozu das gut ist: Im K.-o.-Baum werden die Gesetzten so verteilt, dass sie sich möglichst spät treffen. Platz 1 und 2 stehen an den entgegengesetzten Enden und können sich erst im Finale begegnen. In Gruppen sorgt das Schlangensystem dafür, dass jede Gruppe einen der Stärksten bekommt: Platz 1 bis 4 nach A bis D, Platz 5 bis 8 rückwärts nach D bis A.

Setzplätze in der ersten K.-o.-Runde (8er-Baum)
SpielPaarungSumme
11 gegen 89
24 gegen 59
32 gegen 79
43 gegen 69

Die Summe der beiden Setzplätze ist in Runde 1 immer Baumgröße + 1. Bei 7 Teilnehmern fehlt Platz 8, also bekommt Platz 1 das Freilos.

Gleichstand: die Reihenfolge der Kriterien

Haben zwei oder mehr Teilnehmer gleich viele Punkte, entscheiden weitere Kriterien. Verbreitet sind:

Kriterien bei Punktgleichheit
KriteriumBedeutungÜblich bei
DifferenzTreffer minus Gegentreffer (Tore, Legs, Sätze)Fußball, Kicker, Dart
Direkter Vergleichnur die Spiele der Punktgleichen untereinanderGruppenphasen, Ligen
Erzielte Trefferwer mehr Tore oder Legs gewonnen hatals nächstes Kriterium
BuchholzSumme der Punkte aller GegnerSchweizer System
LosentscheidMünze oder Losals letztes Mittel

Entscheidend ist nicht, welche Reihenfolge ihr wählt, sondern dass sie vor dem Turnier feststeht. Im Turnierplaner stellst du die Reihenfolge beim Einrichten ein.

Beispiel: Wer gewinnt die Gruppe?

Anna, Ben, Carla und Dirk spielen jeder gegen jeden um Tore, Sieg 3 Punkte. Die Ergebnisse:

Ergebnisse der Gruppe
SpielErgebnis
Anna – Ben0:1
Anna – Carla5:0
Anna – Dirk5:0
Ben – Carla0:1
Ben – Dirk1:0
Carla – Dirk0:1
Punkte und Differenz
NamePunkteToreDifferenz
Anna610:1+9
Ben62:1+1
Dirk31:6−5
Carla31:6−5

Mit Differenz zuerst gewinnt Anna die Gruppe klar, +9 gegen +1.

Mit direktem Vergleich zuerst gewinnt Ben: Er hat das Duell gegen Anna 1:0 gewonnen. Auch zwischen Carla und Dirk entscheidet dann der direkte Vergleich: Dirk hat 1:0 gewonnen und wird Dritter.

Beide Regeln sind üblich. Das Beispiel zeigt, warum die Reihenfolge vorher feststehen muss: Sie entscheidet hier über den Gruppensieg.

Sonderfälle

  • Jemand sagt kurzfristig ab: Vor Turnierbeginn einfach neu planen. Nach dem Start bekommt sein Gegner im K.-o.-System ein kampfloses Weiterkommen, in der Gruppe werden seine restlichen Spiele für die Gegner gewertet.
  • Zwei Gruppen sind unterschiedlich groß: Dann ist der Punktevergleich zwischen Gruppen unfair. Vergleiche Dritte oder Vierte verschiedener Gruppen besser über Punkte pro Spiel.
  • Gleichstand bei drei Teilnehmern: Der direkte Vergleich wertet dann eine kleine Tabelle aus den drei Spielen der Punktgleichen. Ist auch die gleich, geht es mit dem nächsten Kriterium weiter.

Tipps für die Turnierleitung

  • Setzliste und Kriterien vor dem ersten Spiel aushängen oder vorlesen.
  • Bei kleinen Turnieren reicht oft: Punkte, Differenz, direkter Vergleich, Los.
  • Losentscheide vor Zeugen durchführen, etwa per Münze am Board.
  • Wer nicht erscheint, verliert kampflos. Ein Ergebnis wie 2:0 oder 3:0 vorher festlegen.

Häufige Fragen

Wer bekommt im K.-o.-System das Freilos?

Die Bestgesetzten, also Platz 1, 2, 3 und so weiter, bis alle Freilose verteilt sind.

Zählt ein Freilos als Sieg?

Für das Weiterkommen und im Schweizer System für die Punkte ja. Als gespieltes Spiel mit Treffern zählt es nicht.

Was ist besser: direkter Vergleich oder Differenz?

Der direkte Vergleich belohnt das Duell der beiden, die Differenz die Leistung über das ganze Turnier. Beides ist üblich. Wichtig ist, dass die Regel vorher feststeht.

Was ist die Buchholz-Wertung?

Die Summe der Punkte aller Gegner eines Spielers. Sie wird vor allem im Schweizer System verwendet.

Wie lose ich fair?

Mit Münze, Würfel oder Los vor Zeugen. Der Turnierplaner vergibt beim Anlegen für jeden eine feste Losnummer, die bei völligem Gleichstand entscheidet.

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