Das Freilos
Ein Freilos bekommt, wer in einer Runde keinen Gegner hat. Er kommt kampflos weiter oder erhält die Punkte für einen Sieg. Wer das Freilos bekommt, hängt vom Modus ab:
| Modus | Wann? | Wer? | Wertung |
|---|---|---|---|
| K.-o.-System | nur in Runde 1, wenn die Zahl keine Zweierpotenz ist | die Bestgesetzten | kampflos weiter |
| Doppel-K.-o. | Runde 1 der Gewinnerrunde | die Bestgesetzten | kampflos weiter, keine Niederlage |
| Jeder gegen jeden | jede Runde bei ungerader Zahl | reihum jeder genau einmal | spielfrei, keine Punkte |
| Schweizer System | jede Runde bei ungerader Zahl | der Tabellenletzte ohne bisheriges Freilos | zählt wie ein Sieg |
Im K.-o.-System ist die Zahl der Freilose die nächste Zweierpotenz minus die Teilnehmerzahl. Bei 12 Teilnehmern hat der Baum 16 Plätze, also gibt es 4 Freilose für die Plätze 1 bis 4. Der Grund: Wer sich über eine Rangliste einen guten Platz erspielt hat, soll belohnt werden, und die Vorrunde bekommt einen Sinn.
Ein Freilos ist kein gewonnenes Spiel. In der Tabelle des Turnierplaners zählt es bei Siegen und Punkten mit (Schweizer System), aber nicht bei den gespielten Spielen und den Treffern.
Die Setzliste
Die Setzliste ordnet die Teilnehmer nach ihrer Stärke, Platz 1 ist der Favorit. Grundlage kann eine Vereinsrangliste, der Average beim Dart oder einfach die Einschätzung der Turnierleitung sein. Ohne Grundlage wird gelost.
Wozu das gut ist: Im K.-o.-Baum werden die Gesetzten so verteilt, dass sie sich möglichst spät treffen. Platz 1 und 2 stehen an den entgegengesetzten Enden und können sich erst im Finale begegnen. In Gruppen sorgt das Schlangensystem dafür, dass jede Gruppe einen der Stärksten bekommt: Platz 1 bis 4 nach A bis D, Platz 5 bis 8 rückwärts nach D bis A.
| Spiel | Paarung | Summe |
|---|---|---|
| 1 | 1 gegen 8 | 9 |
| 2 | 4 gegen 5 | 9 |
| 3 | 2 gegen 7 | 9 |
| 4 | 3 gegen 6 | 9 |
Die Summe der beiden Setzplätze ist in Runde 1 immer Baumgröße + 1. Bei 7 Teilnehmern fehlt Platz 8, also bekommt Platz 1 das Freilos.
Gleichstand: die Reihenfolge der Kriterien
Haben zwei oder mehr Teilnehmer gleich viele Punkte, entscheiden weitere Kriterien. Verbreitet sind:
| Kriterium | Bedeutung | Üblich bei |
|---|---|---|
| Differenz | Treffer minus Gegentreffer (Tore, Legs, Sätze) | Fußball, Kicker, Dart |
| Direkter Vergleich | nur die Spiele der Punktgleichen untereinander | Gruppenphasen, Ligen |
| Erzielte Treffer | wer mehr Tore oder Legs gewonnen hat | als nächstes Kriterium |
| Buchholz | Summe der Punkte aller Gegner | Schweizer System |
| Losentscheid | Münze oder Los | als letztes Mittel |
Entscheidend ist nicht, welche Reihenfolge ihr wählt, sondern dass sie vor dem Turnier feststeht. Im Turnierplaner stellst du die Reihenfolge beim Einrichten ein.
Beispiel: Wer gewinnt die Gruppe?
Anna, Ben, Carla und Dirk spielen jeder gegen jeden um Tore, Sieg 3 Punkte. Die Ergebnisse:
| Spiel | Ergebnis |
|---|---|
| Anna – Ben | 0:1 |
| Anna – Carla | 5:0 |
| Anna – Dirk | 5:0 |
| Ben – Carla | 0:1 |
| Ben – Dirk | 1:0 |
| Carla – Dirk | 0:1 |
| Name | Punkte | Tore | Differenz |
|---|---|---|---|
| Anna | 6 | 10:1 | +9 |
| Ben | 6 | 2:1 | +1 |
| Dirk | 3 | 1:6 | −5 |
| Carla | 3 | 1:6 | −5 |
Mit Differenz zuerst gewinnt Anna die Gruppe klar, +9 gegen +1.
Mit direktem Vergleich zuerst gewinnt Ben: Er hat das Duell gegen Anna 1:0 gewonnen. Auch zwischen Carla und Dirk entscheidet dann der direkte Vergleich: Dirk hat 1:0 gewonnen und wird Dritter.
Beide Regeln sind üblich. Das Beispiel zeigt, warum die Reihenfolge vorher feststehen muss: Sie entscheidet hier über den Gruppensieg.
Sonderfälle
- Jemand sagt kurzfristig ab: Vor Turnierbeginn einfach neu planen. Nach dem Start bekommt sein Gegner im K.-o.-System ein kampfloses Weiterkommen, in der Gruppe werden seine restlichen Spiele für die Gegner gewertet.
- Zwei Gruppen sind unterschiedlich groß: Dann ist der Punktevergleich zwischen Gruppen unfair. Vergleiche Dritte oder Vierte verschiedener Gruppen besser über Punkte pro Spiel.
- Gleichstand bei drei Teilnehmern: Der direkte Vergleich wertet dann eine kleine Tabelle aus den drei Spielen der Punktgleichen. Ist auch die gleich, geht es mit dem nächsten Kriterium weiter.
Tipps für die Turnierleitung
- Setzliste und Kriterien vor dem ersten Spiel aushängen oder vorlesen.
- Bei kleinen Turnieren reicht oft: Punkte, Differenz, direkter Vergleich, Los.
- Losentscheide vor Zeugen durchführen, etwa per Münze am Board.
- Wer nicht erscheint, verliert kampflos. Ein Ergebnis wie 2:0 oder 3:0 vorher festlegen.
Häufige Fragen
Wer bekommt im K.-o.-System das Freilos?
Die Bestgesetzten, also Platz 1, 2, 3 und so weiter, bis alle Freilose verteilt sind.
Zählt ein Freilos als Sieg?
Für das Weiterkommen und im Schweizer System für die Punkte ja. Als gespieltes Spiel mit Treffern zählt es nicht.
Was ist besser: direkter Vergleich oder Differenz?
Der direkte Vergleich belohnt das Duell der beiden, die Differenz die Leistung über das ganze Turnier. Beides ist üblich. Wichtig ist, dass die Regel vorher feststeht.
Was ist die Buchholz-Wertung?
Die Summe der Punkte aller Gegner eines Spielers. Sie wird vor allem im Schweizer System verwendet.
Wie lose ich fair?
Mit Münze, Würfel oder Los vor Zeugen. Der Turnierplaner vergibt beim Anlegen für jeden eine feste Losnummer, die bei völligem Gleichstand entscheidet.