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Turniere

Turniermodi im Vergleich

Ob Dartturnier, Kickerabend oder Vereinsmeisterschaft: Der Turniermodus entscheidet, wie lange der Abend dauert, wie viele Spiele jeder bekommt und wie gerecht das Ergebnis ist. Hier stehen die fünf gängigen Modi nebeneinander, mit Spielzahlen, Stärken und Schwächen.

4 Min. Lesezeit

Die Modi auf einen Blick

Turniermodi im Überblick
ModusSpiele je TeilnehmerGut fürSchwäche
K.-o.-Systemmind. 1, Sieger bis zu 5 (bei 32)viele Teilnehmer, wenig ZeitWer früh verliert, ist raus
Doppel-K.-o.mind. 2faire Turniere mit zweiter Chanceetwa doppelt so viele Spiele, Plan schwerer zu lesen
Gruppen + K.-o.mind. Gruppengröße − 1Vereinsturniere, 8 bis 32 Teilnehmermehr Planung, Leerlauf zwischen den Phasen
Jeder gegen jedenTeilnehmer − 1kleine Runden, LigenSpielzahl wächst sehr schnell
Schweizer Systemfeste Rundenzahlviele Teilnehmer, faire RanglistePaarungen erst nach jeder Runde bekannt

Wie viele Spiele braucht welcher Modus?

Die Spielzahl bestimmt, wie lange das Turnier dauert. Die Tabelle zeigt die echten Spiele ohne Freilose; Gruppen mit 2 Gruppen bis 12 Teilnehmer und 4 Gruppen ab 16, jeweils die besten zwei weiter. Beim Schweizer System ist die empfohlene Rundenzahl angesetzt.

Anzahl der Spiele nach Teilnehmerzahl
TeilnehmerK.-o.Doppel-K.-o.Gruppen + K.-o.Jeder gegen jedenSchweizer System
436564
65109159
8714152812
121122336624
1615303112032
2423466727660
32316211949680

Die Werte rechnet der Turnierplaner selbst aus; im Doppel-K.-o. kommt ein Entscheidungsspiel dazu, wenn der Sieger der Verliererrunde das Finale gewinnt.

So schätzt du die Dauer

Spiele × Minuten pro Spiel ÷ Anzahl Boards. Beispiel: 16 Teilnehmer im Doppel-K.-o. sind 30 Spiele. Bei 20 Minuten pro Spiel und 4 Boards sind das rund 150 Minuten reine Spielzeit. Plane etwa ein Viertel Puffer für Wechsel und Wartezeiten ein.

K.-o.-System: schnell und spannend

Jedes Spiel scheidet einen Teilnehmer aus. Bei n Teilnehmern braucht es daher genau n − 1 Spiele. Passt die Teilnehmerzahl nicht auf eine Zweierpotenz (4, 8, 16, 32), bekommen die Bestgesetzten in der ersten Runde ein Freilos und ziehen kampflos weiter.

Der Reiz: Jedes Spiel ist ein Endspiel. Der Nachteil: Wer gleich in Runde 1 auf den Favoriten trifft, hat nach zehn Minuten Feierabend. Abhilfe schafft eine Setzliste, die die Stärksten so verteilt, dass sie sich erst spät begegnen.

Doppel-K.-o.: die zweite Chance

Wer in der Gewinnerrunde verliert, rutscht in die Verliererrunde und ist erst nach der zweiten Niederlage raus. Der Sieger der Verliererrunde spielt im Finale gegen den Sieger der Gewinnerrunde. Gewinnt er, haben beide eine Niederlage, und es gibt ein Entscheidungsspiel.

Das ist deutlich fairer als einfaches K.-o. und im Billard und Dart beliebt. Dafür braucht es etwa doppelt so viele Spiele, und die Verliererrunde ist für Zuschauer schwerer zu verfolgen.

Gruppenphase mit K.-o.-Runde

Die Teilnehmer werden auf Gruppen verteilt, in denen jeder gegen jeden spielt. Die Besten jeder Gruppe ziehen in einen K.-o.-Baum ein. So hat jeder mehrere Spiele, und am Ende gibt es trotzdem ein echtes Finale.

Damit die Gruppen gleich stark sind, verteilt man die Gesetzten im Schlangensystem: Platz 1 bis 4 der Setzliste in die Gruppen A bis D, Platz 5 bis 8 rückwärts in D bis A und so weiter. In der ersten K.-o.-Runde trifft dann jeweils ein Gruppensieger auf einen Zweiten aus einer anderen Gruppe.

Jeder gegen jeden

Die gerechteste Form: Am Ende hat jeder gegen jeden gespielt, Glück bei der Auslosung gibt es nicht. Die Zahl der Spiele ist n × (n − 1) ÷ 2, bei 8 Teilnehmern also 28, bei 12 schon 66. Für eine kleine Runde oder eine Saison über mehrere Abende ist das ideal, für ein Turnier an einem Abend ab etwa 8 Teilnehmern zu lang.

Schweizer System

Gespielt wird eine feste Zahl von Runden. In jeder Runde treffen Teilnehmer mit möglichst gleicher Punktzahl aufeinander, niemand spielt zweimal gegen denselben Gegner. Bei ungerader Teilnehmerzahl bekommt der Schwächste ohne bisheriges Freilos ein Freilos.

Schon nach wenigen Runden steht eine faire Rangliste, auch mit 30 oder 60 Teilnehmern. Für einen eindeutigen Sieger reichen so viele Runden, wie man die Teilnehmerzahl halbieren kann, bei 16 also 4 und bei 32 also 5. Bei Punktgleichheit entscheidet meist die Buchholz-Wertung, die Summe der Punkte aller Gegner.

Entscheidungshilfe

  • Bis 6 Teilnehmer, ein Abend: Jeder gegen jeden.
  • 8 bis 16 Teilnehmer, 2 bis 3 Stunden: Gruppen mit K.-o.-Runde oder Doppel-K.-o.
  • 16 bis 32 Teilnehmer, wenig Zeit: K.-o.-System mit Setzliste, eventuell mit Trostrunde.
  • Viele Teilnehmer, alle sollen gleich viel spielen: Schweizer System.
  • Kneipenabend mit wechselnden Partnern: kein klassisches Turnier, sondern ausgeloste Doppel wie in der App Tischkicker.

Häufige Fragen

Welcher Turniermodus ist am fairsten?

Jeder gegen jeden, weil jeder gegen alle anderen spielt. Für viele Teilnehmer kommt das Schweizer System dem am nächsten.

Welcher Modus ist am schnellsten?

Das K.-o.-System. Es braucht nur so viele Spiele wie Teilnehmer minus eins, und mit mehreren Boards laufen in der ersten Runde viele Spiele gleichzeitig.

Was ist ein Freilos?

Ein Teilnehmer ohne Gegner kommt kampflos eine Runde weiter. Im K.-o.-System gehen Freilose an die Bestgesetzten, im Schweizer System an den Schwächsten. Mehr dazu im Ratgeber Freilos, Setzliste und Gleichstand.

Wie viele Gruppen sind sinnvoll?

Gruppen zu 4 sind ein guter Standard: drei Spiele für jeden, schnell durchgespielt. Bei 16 Teilnehmern also 4 Gruppen, bei 12 drei Gruppen oder zwei Gruppen zu 6.

Kann der Turnierplaner alle diese Modi?

Ja, dazu Serien für Skat-Turniere. Er rechnet Spielplan, Freilose, Tabelle und Zeitbedarf aus und verteilt die Spiele auf freie Boards.

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