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Turniere

Schweizer System: fair spielen mit vielen Teilnehmern

Das Schweizer System kommt aus dem Schach und ist ideal, wenn viele mitspielen und alle gleich oft an die Reihe kommen sollen. Niemand scheidet aus, jeder spielt jede Runde, und trotzdem steht nach wenigen Runden eine faire Rangliste.

4 Min. Lesezeit

Teilnehmer und Material

Ab vier Teilnehmern sinnvoll, nach oben offen. Du brauchst eine Tabelle mit Punkten und eine Liste, wer schon gegen wen gespielt hat. Weil die Paarungen erst nach jeder Runde feststehen, ist eine App wie der Turnierplaner hier besonders hilfreich.

Ziel

Nach einer vorher festgelegten Zahl von Runden gewinnt, wer die meisten Punkte hat. Bei Punktgleichheit entscheidet zuerst die Buchholz-Wertung.

Ablauf Schritt für Schritt

  1. Rundenzahl festlegen: Für einen eindeutigen Sieger so viele Runden, wie man die Teilnehmerzahl halbieren kann (aufgerundet): 8 Teilnehmer 3 Runden, 16 Teilnehmer 4, 32 Teilnehmer 5.
  2. Runde 1: Nach Setzliste spielt die obere Hälfte gegen die untere: Platz 1 gegen den ersten der unteren Hälfte, Platz 2 gegen den zweiten und so weiter.
  3. Ab Runde 2: Die Tabelle wird sortiert. Wer vorne steht, spielt gegen den Nächsten mit gleicher oder ähnlicher Punktzahl, gegen den er noch nicht gespielt hat.
  4. Keine Wiederholungen: Zwei Teilnehmer treffen nie ein zweites Mal aufeinander.
  5. Freilos: Bei ungerader Zahl setzt pro Runde einer aus und bekommt die Punkte für einen Sieg. Das Freilos geht an den Tabellenletzten, der noch keins hatte.

Wertung

Punkte und Feinwertung
WertBedeutung
Sieg2 Punkte (oder 3, einstellbar)
Unentschieden1 Punkt
Niederlage0 Punkte
Freiloszählt wie ein Sieg
BuchholzSumme der Punkte aller bisherigen Gegner. Wer gegen starke Gegner gespielt hat, steht vorne.
DifferenzTreffer minus Gegentreffer (Legs, Sätze, Tore)
Empfohlene Rundenzahl
TeilnehmerRunden
bis 42
5–83
9–164
17–325
33–646
65–1287

Beispiel mit 5 Spielern

Anna, Ben, Carla, Dirk und Eva spielen drei Runden Schweizer System, gesetzt in dieser Reihenfolge. Ein Sieg gibt 2 Punkte.

Runde 1: Die obere Hälfte (Anna, Ben) spielt gegen die untere (Carla, Dirk): Anna gegen Carla und Ben gegen Dirk. Eva ist Letzte der Setzliste und bekommt das Freilos. Anna gewinnt 2:0, Dirk gewinnt 2:1 gegen Ben.

Stand nach Runde 1
NamePunkteGrund
Anna2Sieg gegen Carla
Dirk2Sieg gegen Ben
Eva2Freilos
Ben0Niederlage
Carla0Niederlage

Runde 2: Anna und Dirk haben beide 2 Punkte und noch nicht gegeneinander gespielt, sie bilden das erste Paar. Eva (2 Punkte) bekommt den Nächsten in der Tabelle, Ben. Carla hatte noch kein Freilos und ist Letzte, also bekommt sie es diesmal. Eva kann kein zweites Freilos bekommen.

So geht es weiter, bis die dritte Runde gespielt ist. Wer dann bei Punktgleichheit die stärkeren Gegner hatte, steht dank Buchholz vorne.

Im Turnierplaner

Der Turnierplaner paart jede Runde automatisch, sobald die vorige fertig ist, vergibt das Freilos und zeigt die Buchholz-Wertung in der Tabelle.

Am Stammtisch: so läuft es praktisch

Der größte Unterschied zum K.-o.-System: Die Paarungen der nächsten Runde stehen erst fest, wenn alle Spiele der laufenden Runde beendet sind. Plane deshalb für jede Runde so viel Zeit ein, wie das längste Spiel braucht, und verkürze notfalls das Format (zum Beispiel 301 statt 501 oder Best of 3 statt Best of 5).

Mit mehreren Boards laufen alle Spiele einer Runde gleichzeitig, wenn genug Boards da sind: Bei 16 Teilnehmern braucht es 8 Boards, bei 4 Boards zwei Durchgänge pro Runde. Wer früher fertig ist, macht Pause. Hänge die Tabelle nach jeder Runde gut sichtbar aus oder nutze die Großanzeige des Turnierplaners, damit alle sehen, gegen wen sie als Nächstes spielen.

Varianten

Mehr Runden

Wer mehr Spiele möchte, spielt mehr Runden als empfohlen. Höchstens aber Teilnehmer − 1, sonst sind Wiederholungen unvermeidlich.

Monrad-System

Eine einfachere Form: Nach jeder Runde spielt Platz 1 gegen Platz 2, Platz 3 gegen Platz 4 und so weiter, ohne die Aufteilung in Hälften. Der Turnierplaner arbeitet ab Runde 2 nach diesem Prinzip und überspringt dabei Gegner, die schon gespielt wurden.

Mit K.-o.-Finale

Nach den Schweizer Runden spielen die besten vier oder acht ein K.-o.-Finale. Das verbindet faire Vorrunde und spannenden Abschluss.

Häufige Streitfragen

  • Warum spielt der Erste nicht gegen den Zweiten in Runde 1? Damit die Favoriten nicht sofort aufeinandertreffen und die Tabelle sich erst sortieren kann.
  • Ist das Freilos ein Vorteil? Es bringt Punkte, aber keine Buchholz-Punkte durch einen Gegner. Deshalb geht es an die Schwächsten.
  • Was, wenn sich jemand zurückzieht? Seine bisherigen Spiele bleiben gewertet, in den nächsten Runden wird er nicht mehr gepaart.

Häufige Fragen

Wie viele Runden spielt man im Schweizer System?

So viele, wie man die Teilnehmerzahl halbieren kann: bei 16 Teilnehmern 4 Runden, bei 30 Teilnehmern 5 Runden.

Was ist die Buchholz-Wertung?

Die Summe der Punkte aller Gegner. Bei Punktgleichheit steht vorne, wer die stärkeren Gegner hatte.

Kann man zweimal gegen denselben Gegner spielen?

Nein. Das ist eine Grundregel des Schweizer Systems.

Wer bekommt das Freilos?

Der Tabellenletzte, der noch kein Freilos hatte. Jeder bekommt höchstens eins.

Eignet sich das Schweizer System für Dart oder Kicker?

Ja, besonders bei vielen Teilnehmern. Alle spielen gleich viel, und nach wenigen Runden steht eine faire Rangliste.

Alle Angaben ohne Gewähr. Wenn eure Runde andere Hausregeln hat, gelten die. Fehler gefunden? Schreib uns.

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