Teilnehmer und Material
Ab drei Teilnehmern, gut geeignet für 8 bis 32. Du brauchst zwei Turnierbäume, einen für die Gewinner- und einen für die Verliererrunde, dazu das Finale. Auf Papier wird das schnell unübersichtlich; der Turnierplaner führt beide Bäume automatisch.
Ziel
Gewinner ist, wer am Ende als Einziger weniger als zwei Niederlagen hat. Jeder andere scheidet nach seiner zweiten Niederlage aus.
Ablauf Schritt für Schritt
- Gewinnerrunde: Sie läuft wie ein normales K.-o.-System mit Setzliste und Freilosen.
- Erste Niederlage: Wer in der Gewinnerrunde verliert, wechselt in die Verliererrunde.
- Verliererrunde: Hier spielen die Abgestiegenen gegeneinander. In jeder zweiten Runde kommen die Verlierer der nächsten Gewinnerrunde dazu. Wer hier verliert, ist raus.
- Finale: Der Sieger der Gewinnerrunde (ohne Niederlage) trifft auf den Sieger der Verliererrunde (eine Niederlage).
- Entscheidungsspiel: Gewinnt der Sieger der Verliererrunde das Finale, haben beide eine Niederlage. Dann gibt es ein zweites Finale, das alles entscheidet.
Damit sich zwei Spieler nicht sofort wiedersehen, fallen die Verlierer der Gewinnerrunde abwechselnd in umgekehrter Reihenfolge in die Verliererrunde. Der Turnierplaner macht das automatisch.
Aufbau bei 8 Teilnehmern
| Abschnitt | Runde | Spiele | Wer spielt? |
|---|---|---|---|
| Gewinnerrunde | 1 | 4 | alle 8 |
| Gewinnerrunde | 2 | 2 | die Sieger der Vorrunde |
| Gewinnerrunde | 3 | 1 | die beiden Ungeschlagenen |
| Verliererrunde | 1 | 2 | die 4 Verlierer aus Gewinnerrunde 1 |
| Verliererrunde | 2 | 2 | Sieger der Vorrunde gegen Verlierer aus Gewinnerrunde 2 |
| Verliererrunde | 3 | 1 | die Sieger der Vorrunde untereinander |
| Verliererrunde | 4 | 1 | Sieger der Vorrunde gegen Verlierer aus Gewinnerrunde 3 |
| Finale | 1 | 1 | Sieger Gewinnerrunde gegen Sieger Verliererrunde |
| Entscheidungsspiel | 2 | 0 oder 1 | nur, wenn der Sieger der Verliererrunde das Finale gewinnt |
Insgesamt sind das 14 Spiele, mit Entscheidungsspiel 15. Allgemein gilt: Bei n Teilnehmern braucht das Doppel-K.-o. 2n − 2 Spiele, mit Entscheidungsspiel 2n − 1. Denn jeder außer dem Sieger verliert genau zweimal, und der Sieger höchstens einmal.
Durchgespieltes Beispiel
Acht Billardspieler: Anna, Ben, Carla, Dirk, Eva, Finn, Gül und Hans. In der ersten Runde der Gewinnerrunde verlieren Hans, Eva, Gül und Finn. Sie spielen Runde 1 der Verliererrunde: Hans gegen Eva, Gül gegen Finn. Hans und Gül gewinnen, Eva und Finn sind nach zwei Niederlagen raus.
In der Gewinnerrunde verlieren im Halbfinale Dirk und Carla. Sie steigen in Runde 2 der Verliererrunde ein und spielen gegen Hans und Gül. Carla und Dirk gewinnen, spielen in Runde 3 gegeneinander, und Carla setzt sich durch.
Im Finale der Gewinnerrunde schlägt Anna Ben. Ben fällt in die letzte Runde der Verliererrunde und trifft auf Carla. Carla gewinnt und spielt im großen Finale gegen Anna. Carla gewinnt auch das. Beide haben jetzt eine Niederlage, also folgt das Entscheidungsspiel, das Anna gewinnt.
| Platz | Name | Ausgeschieden |
|---|---|---|
| 1 | Anna | Turniersieg |
| 2 | Carla | Entscheidungsspiel |
| 3 | Ben | Finale der Verliererrunde |
| 4 | Dirk | Verliererrunde 3 |
| 5 | Hans, Gül | Verliererrunde 2 |
| 7 | Eva, Finn | Verliererrunde 1 |
Zeitplanung mit mehreren Boards
Am Anfang laufen viele Spiele gleichzeitig: In der ersten Runde der Gewinnerrunde spielen alle, kurz danach startet schon die Verliererrunde. Gegen Ende wird es eng, denn Finale der Verliererrunde, großes Finale und ein mögliches Entscheidungsspiel laufen nacheinander auf einem einzigen Board. Plane für diese letzten drei Spiele ausreichend Zeit ein, wenn alle anderen schon zuschauen.
Bei 16 Teilnehmern und 4 Boards sind die ersten 27 Spiele nach etwa 7 Durchgängen gespielt. Die letzten drei Spiele (Finale der Verliererrunde, großes Finale, gegebenenfalls Entscheidungsspiel) brauchen dann noch einmal 3 Durchgänge, in denen nur ein Board belegt ist. Der Turnierplaner verteilt die Spiele so, dass kein Board leer steht, solange irgendwo ein Spiel bereit ist.
Varianten
Das Finale ist ein einziges Spiel, egal wer gewinnt. Das spart Zeit, benachteiligt aber den Sieger der Gewinnerrunde, der dann nur einmal verlieren durfte. Im Turnierplaner lässt sich das Entscheidungsspiel abschalten.
Manche Turniere geben dem Ungeschlagenen im Finale einen Vorsprung, etwa ein gewonnenes Leg oder Frame, statt eines Entscheidungsspiels.
Häufige Streitfragen
- Zählt ein Freilos als Sieg? Ja, für das Weiterkommen. Wer in der Gewinnerrunde ein Freilos hatte, kann trotzdem erst nach zwei Niederlagen ausscheiden.
- Warum gibt es in der Verliererrunde mehr Runden? Weil abwechselnd neue Spieler aus der Gewinnerrunde dazukommen und die Sieger untereinander spielen.
- Wer wird Dritter? Der Verlierer des Finales der Verliererrunde. Ein eigenes Spiel um Platz 3 gibt es nicht.
Häufige Fragen
Wie viele Spiele hat ein Doppel-K.-o.?
2n − 2, mit Entscheidungsspiel 2n − 1. Bei 16 Teilnehmern also 30 oder 31 Spiele.
Ist Doppel-K.-o. fairer als K.-o.?
Ja. Ein schlechter Tag oder ein starker Gegner in Runde 1 bedeutet noch nicht das Aus.
Wann braucht man das Entscheidungsspiel?
Nur, wenn der Sieger der Verliererrunde das Finale gewinnt. Dann haben beide Finalisten eine Niederlage.
Wie lange dauert ein Doppel-K.-o.?
Etwa doppelt so lang wie ein K.-o.-Turnier. Mit mehreren Boards läuft vieles parallel, das Finale ganz am Ende aber nicht.
Alle Angaben ohne Gewähr. Wenn eure Runde andere Hausregeln hat, gelten die. Fehler gefunden? Schreib uns.