Ziel des Spiels
Beim 14.1 endlos gibt es keine Gruppen und keine Siegkugel. Jede Kugel ist gleich viel wert: ein Punkt. Gewonnen hat, wer zuerst eine vorher vereinbarte Punktzahl erreicht. Verbreitet sind in der Kneipe und im Training 50 oder 75 Punkte, für längere Partien 100 und mehr.
| Ziel | Passt für |
|---|---|
| 25 Punkte | Einsteiger oder eine schnelle Partie zwischendurch |
| 50 Punkte | Gelegenheitsspieler, ein guter Standard für den Abend |
| 75 Punkte | geübte Spieler |
| 100 Punkte und mehr | lange Partien unter erfahrenen Spielern |
Weil es keine festen Gruppen gibt, kommt es beim 14.1 vor allem auf Stellungsspiel an: Wer die Weiße nach jedem Stoß gut für die nächste Kugel hinlegt, kann viele Kugeln hintereinander versenken. Die Zahl der Kugeln, die ein Spieler in einer Aufnahme versenkt, heißt Serie.
Eine Aufnahme ist, wie bei den anderen Pool-Spielen, die Folge von Stößen, die ein Spieler hintereinander machen darf, bis er nichts versenkt oder ein Foul begeht.
Aufbau
Gespielt wird mit allen fünfzehn Objektkugeln und der weißen Spielkugel auf einem Pool-Tisch mit sechs Taschen. Die Kugeln werden mit dem Dreieck aufgebaut, die Spitze liegt auf dem Fußpunkt. Eine feste Reihenfolge der Kugeln gibt es nicht; die Nummern spielen beim 14.1 keine Rolle.
- Die Kugeln liegen eng aneinander und berühren sich.
- Die Weiße wird für die Eröffnung im Kopffeld aufgelegt, dem Bereich hinter der Kopflinie.
- Ob der Gegner aufbaut oder der Spieler selbst, legt ihr vorher fest. Viele Runden lassen den Gegner aufbauen.
Der Eröffnungsstoß
Der Eröffnungsstoß ist beim 14.1 anders als beim 8-Ball oder 9-Ball: Wer eröffnet, will meistens nicht kräftig ins Dreieck stoßen, denn die verteilten Kugeln würden dem Gegner eine gute Lage schenken. Üblich ist ein vorsichtiger Sicherheitsstoß, bei dem die Weiße das Dreieck nur leicht berührt und wieder zurück zur Kopfbande läuft.
Damit niemand nur ganz zart antippt, verlangen viele Regelwerke beim Eröffnungsstoß eine Mindestleistung: Entweder fällt eine angesagte Kugel, oder die Weiße und eine bestimmte Zahl von Objektkugeln erreichen eine Bande. Gelingt das nicht, ist es ein Eröffnungsfoul. Dafür gibt es in vielen Regelwerken einen höheren Abzug als für ein normales Foul, verbreitet sind zwei Punkte, und der Gegner darf wählen, ob er die Lage übernimmt oder den Eröffnenden noch einmal stoßen lässt.
In vielen Kneipenrunden wird die Eröffnung lockerer gesehen: Der Eröffnende spielt einfach eine Sicherheit, und wenn sie misslingt, ist der Gegner dran. Ob es einen Abzug gibt und wie hoch er ist, klärt ihr vor dem ersten Stoß.
Wer eröffnet, wird ausgelost oder ausgespielt. Beim Ausspielen stoßen beide gleichzeitig eine Kugel an die hintere Bande; wessen Kugel näher an der vorderen Bande liegen bleibt, darf entscheiden. Weil die Eröffnung beim 14.1 eher ein Nachteil ist, lassen viele den Gegner eröffnen.
Kugel und Tasche ansagen
Beim 14.1 wird jeder Stoß angesagt: Der Spieler nennt die Kugel und die Tasche. Fällt die angesagte Kugel in die angesagte Tasche, gibt es einen Punkt, und er darf weiterspielen. Wie die Kugel dorthin kommt, über Bande, Kombination oder direkt, muss in der Regel nicht angegeben werden.
- Fällt die angesagte Kugel in eine andere Tasche, zählt sie nicht. Die Aufnahme endet, es ist aber kein Foul.
- Fallen beim Stoß weitere Kugeln, die nicht angesagt waren, bleiben sie in vielen Regelwerken unten, zählen aber nicht als Punkt. Manche Runden zählen sie mit; einigt euch vorher.
- Bei eindeutigen Stößen muss nicht laut angesagt werden, solange der Gegner sieht, was gemeint ist. Im Zweifel lieber laut sagen.
- Statt auf eine Kugel zu spielen, darf ein Spieler auch eine Sicherheit ansagen. Dann endet seine Aufnahme nach dem Stoß, egal was fällt.
Ohne Ansage würde jede Glückskugel zählen. Gerade beim 14.1, wo jede Kugel ein Punkt ist, entscheidet die Ansage, ob eine Serie aus Können oder Zufall entsteht.
Punkte zählen
Die Rechnung ist einfach: Jede regelgerecht versenkte, angesagte Kugel bringt einen Punkt. Fouls kosten Punkte. Der Stand kann deshalb auch negativ werden, vor allem am Anfang einer Partie.
| Ereignis | Punkte |
|---|---|
| angesagte Kugel in angesagter Tasche | +1 |
| Fehlstoß, nichts fällt (kein Foul) | 0, der Gegner ist dran |
| Foul | −1 |
| Foul beim Eröffnungsstoß | in vielen Regelwerken −2 |
| drittes Foul in Folge | in vielen Regelwerken zusätzlich −15 |
Weil die Partie über viele Aufnahmen läuft, schreibt man am besten nach jeder Aufnahme an: wer, wie viele Kugeln, ob ein Foul dabei war. Die Billard-App macht das mit einem Tipp pro Kugel und rechnet Fouls und Strafen automatisch ab.
Neuaufbau: wenn nur noch eine Kugel liegt
Das „endlos“ im Namen kommt vom Neuaufbau. Liegt nach einem Stoß nur noch eine Objektkugel auf dem Tisch, werden die vierzehn versenkten Kugeln wieder ins Dreieck gelegt, die Spitze bleibt dabei frei. Die letzte Kugel und die Weiße bleiben, wo sie liegen. Dann spielt derselbe Spieler weiter.
- Die vierzehnte Kugel des Gestells fällt, eine bleibt liegen.
- Die vierzehn Kugeln werden ins Dreieck gelegt, ohne die Spitzenkugel.
- Der Spieler sagt die liegende Kugel an, meistens so, dass die Weiße danach ins neue Dreieck läuft und die Kugeln verteilt. Das nennt man Aufbrechen des neuen Gestells.
- Die Serie läuft weiter, solange er trifft.
So kommen nach 28 versenkten Kugeln 2 Neuaufbauten zusammen, und auf dem Tisch liegen wieder 15 Kugeln: vierzehn im Dreieck und die eine, die liegen geblieben ist.
Liegt die übrig gebliebene Kugel oder die Weiße dort, wo das Dreieck hin soll, gibt es in den Regelwerken eigene Regeln, wohin sie gelegt wird. Für die Kneipe reicht meist: Die Kugel kommt auf den Fußpunkt oder so nah wie möglich daran, die Weiße ins Kopffeld. Klärt das, wenn es das erste Mal passiert.
Fouls
Ein Foul kostet einen Punkt und beendet die Aufnahme. Kugeln, die beim Foul gefallen sind, zählen nicht. Was als Foul gilt, ist weitgehend wie bei den anderen Pool-Spielen:
| Foul | Was passiert ist |
|---|---|
| Weiße versenkt | die Spielkugel fällt in eine Tasche |
| nichts getroffen | die Weiße berührt keine Objektkugel |
| keine Bande | es fällt keine Kugel, und nach dem Treffen erreicht keine Kugel eine Bande |
| Kugel vom Tisch | eine Kugel springt über die Bande |
| Kugel berührt | mit Hand, Kleidung oder Queue eine Kugel bewegt |
| kein Fuß am Boden | beim Stoß steht kein Fuß auf dem Boden |
Nach einem Foul ist der Gegner dran. Ob er die Weiße frei hinlegen darf, hängt vom Foul ab: Fällt die Weiße oder springt sie vom Tisch, darf er sie in vielen Regelwerken nur im Kopffeld auflegen. Bei anderen Fouls spielt er meist von dort, wo die Weiße liegen geblieben ist. In Kneipenrunden wird das oft wie beim 8-Ball gehandhabt.
Drei Fouls in Folge
Damit niemand absichtlich foult, um dem Gegner eine schlechte Lage zu hinterlassen, gibt es eine besondere Strafe: Wer in drei aufeinanderfolgenden Aufnahmen foult, bekommt in vielen Regelwerken zusätzlich zum Punkt für das dritte Foul weitere 15 Punkte abgezogen. Danach beginnt die Zählung neu, und der Fehlbare muss oft unter den Bedingungen einer Eröffnung neu beginnen.
- „In Folge“ heißt: in seinen eigenen, aufeinanderfolgenden Aufnahmen. Was der Gegner dazwischen macht, spielt keine Rolle.
- Eine Aufnahme ohne Foul, in der etwas fällt oder ein regelgerechter Stoß gelingt, setzt den Zähler zurück.
- Vor dem dritten Versuch wird in vielen Regelwerken gewarnt, damit niemand überrascht wird.
Manche Kneipenrunden spielen ohne die zusätzliche Strafe, weil Absichtsfouls unter Freizeitspielern selten sind. In der Billard-App lässt sich der Abzug von 15 Punkten deshalb abschalten.
Beispiel: eine Partie bis 50
Anna und Ben spielen bis 50, die Drei-Foul-Strafe ist eingeschaltet. Die Eröffnung lassen wir der Einfachheit halber weg; das Beispiel beginnt mit Annas erster Aufnahme. So läuft der Anfang:
| Am Tisch | Aufnahme | Punkte | Stand Anna : Ben | Kugeln auf dem Tisch |
|---|---|---|---|---|
| Anna | versenkt 14 Kugeln, eine bleibt liegen: 14 neu aufbauen | +14 | 14 : 0 | 15 |
| Ben | Foul | −1 | 14 : −1 | 15 |
| Anna | versenkt 5 Kugeln, dann Fehlstoß | +5 | 19 : −1 | 10 |
| Ben | zweites Foul in Folge | −1 | 19 : −2 | 10 |
| Anna | versenkt 3 Kugeln, dann Fehlstoß | +3 | 22 : −2 | 7 |
| Ben | drittes Foul in Folge: zusätzlich −15 | −16 | 22 : −18 | 7 |
Annas erste Aufnahme zeigt den Neuaufbau: Nach 14 Kugeln liegt nur noch eine, die vierzehn anderen kommen wieder ins Dreieck, und es liegen wieder 15 Kugeln auf dem Tisch. Ben foult dreimal in Folge, weil er zwischen seinen Fouls nichts versenkt. Das dritte Foul kostet ihn 1 + 15 Punkte, zusammen steht er bei −18.
Anna hat nach drei Aufnahmen 22 Punkte, ihre höchste Serie ist 14, ihr Schnitt liegt bei 7,33 Punkten je Aufnahme.
Serie und Schnitt
Beim 14.1 schaut man nicht nur auf den Endstand. Zwei Zahlen sagen viel über eine Partie:
- Höchste Serie: die meisten Kugeln, die ein Spieler in einer Aufnahme versenkt hat. Wer über ein Gestell hinaus weiterspielt, also mehr als 14 Kugeln schafft, hat einen Neuaufbau gemeistert.
- Schnitt: die Punkte geteilt durch die Zahl der Aufnahmen. Damit lassen sich Partien mit unterschiedlichem Ziel vergleichen.
Wer seine Partien anschreibt, sieht über die Zeit, ob Serie und Schnitt steigen. Die Billard-App zeigt beides während der Partie, dazu Aufnahmen und Fouls.
Kneipenvarianten
Im Turnierbetrieb gelten die Regeln des jeweiligen Verbands oder Veranstalters. In der Kneipe wird 14.1 seltener gespielt als 8-Ball, und wenn, dann oft vereinfacht. Keine Variante ist falsch, solange alle am Tisch dieselbe kennen.
| Punkt | Turnier (verbreitet) | Kneipe (verbreitet) |
|---|---|---|
| Eröffnung | Mindestanforderung, sonst Eröffnungsfoul | einfache Sicherheit ohne Abzug |
| Ansage | jede Kugel und Tasche | oft nur bei schwierigen Stößen |
| nicht angesagte Kugeln | zählen nicht | zählen manchmal mit |
| drei Fouls in Folge | zusätzlicher Abzug | oft ohne Zusatzstrafe |
| Ziel | vom Veranstalter festgelegt | 25 oder 50 Punkte |
| Vorgabe | selten | Schwächere starten mit Punkten oder spielen auf ein niedrigeres Ziel |
14.1 eignet sich gut für Partien zwischen ungleich starken Spielern: Der Stärkere spielt zum Beispiel auf 50, der Schwächere auf 30. So bleibt es bis zum Schluss spannend.
Häufige Streitfragen
- Zählt die Kugel, wenn sie über zwei Banden fällt? Ja, solange Kugel und Tasche angesagt waren. Der Weg muss nicht genannt werden.
- Was ist, wenn die letzte Kugel und die vierzehnte gleichzeitig fallen? Dann liegt keine Kugel mehr, und es wird in vielen Runden mit allen fünfzehn neu aufgebaut. Im Turnier regelt das das Regelwerk; klärt es vorher.
- Darf ich die liegende Kugel nach dem Neuaufbau ins Dreieck spielen? Ja, das ist sogar der übliche Weg, das neue Gestell zu öffnen. Die angesagte Kugel muss aber trotzdem in die angesagte Tasche fallen.
- Zählt eine Kugel, wenn gleichzeitig die Weiße fällt? Nein, das ist ein Foul. Die Kugel zählt nicht, und es gibt einen Punkt Abzug.
- Ist eine angesagte Sicherheit ein Foul? Nein, solange die Weiße eine Kugel trifft und danach eine Kugel eine Bande erreicht. Die Aufnahme endet einfach.
Häufige Fragen
Warum heißt das Spiel 14.1 endlos?
Weil immer vierzehn Kugeln neu aufgebaut werden und eine liegen bleibt. So kann eine Serie über viele Gestelle weiterlaufen, theoretisch ohne Ende.
Wie viele Punkte gibt es für eine Kugel?
Einen. Jede angesagte Kugel, die in die angesagte Tasche fällt, zählt gleich viel, egal welche Nummer sie hat.
Muss beim 14.1 jede Kugel angesagt werden?
Nach den meisten Regelwerken ja, Kugel und Tasche. Bei eindeutigen Stößen reicht es, wenn klar ist, was gemeint ist. In der Kneipe wird oft lockerer gespielt.
Wie viel kostet ein Foul?
Einen Punkt. In vielen Regelwerken kostet ein Foul bei der Eröffnung zwei Punkte, und beim dritten Foul in Folge kommen 15 Punkte dazu.
Kann man beim 14.1 negative Punkte haben?
Ja. Wer foult, bevor er Punkte gesammelt hat, rutscht ins Minus. Das ist am Anfang einer Partie keine Seltenheit.
Bis wie viele Punkte spielt man?
Das vereinbart ihr vorher. Für den Abend sind 50 Punkte ein guter Standard, Einsteiger nehmen 25, geübte Spieler 75 oder 100.
Alle Angaben ohne Gewähr. Wenn eure Runde andere Hausregeln hat, gelten die. Fehler gefunden? Schreib uns.