So funktioniert ein Pub-Quiz
Mehrere Teams sitzen an ihren Tischen. Die Moderation stellt in mehreren Runden Fragen, meist zu einem Thema pro Runde. Jedes Team berät leise und schreibt seine Antworten auf einen Antwortbogen. Nach jeder Runde werden die Bögen eingesammelt, ausgewertet und die Punkte verkündet. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.
Feste, verbindliche Regeln gibt es nicht. Jede Kneipe und jeder Verein macht es ein bisschen anders. Die folgenden Vorschläge sind verbreitet und haben sich bewährt. Wichtig ist vor allem, dass ihr eure Regeln vor der ersten Frage ansagt und dann den ganzen Abend dabei bleibt.
Teams und Anmeldung
Üblich sind Teams mit zwei bis sechs Personen. Kleinere Teams haben weniger Wissen am Tisch, größere werden laut und unübersichtlich. Viele Quizabende legen eine Obergrenze fest, zum Beispiel sechs, und lassen Einzelne sich spontan zusammentun.
- Anmeldung: Bei begrenztem Platz lohnt sich eine Anmeldung vorab, etwa per Liste am Tresen oder per Nachricht. Dann weißt du, wie viele Tische und Bögen du brauchst.
- Teamname: Jedes Team denkt sich einen Namen aus. Das gehört zum Spaß und macht die Tabelle lesbar. Lustige Namen sind willkommen, beleidigende nicht.
- Nachzügler: Lege fest, ob Teams nach der ersten Runde noch einsteigen dürfen. Wenn ja, starten sie mit 0 Punkten in den verpassten Runden.
Runden und Themen
Bewährt haben sich fünf bis acht Runden mit je etwa zehn Fragen. Das füllt einen Abend, ohne dass die Konzentration nachlässt. Jede Runde bekommt ein Thema, damit die Teams wissen, worauf sie sich einstellen müssen, und damit jeder am Tisch mal glänzen kann.
Mögliche Themen sind Allgemeinwissen, Geografie, Essen und Trinken, Sport, Film und Fernsehen, Musik, Natur, Sprache oder etwas aus eurem Ort oder Verein. Eine Runde zum Verein oder zur Kneipe selbst kommt oft gut an, weil sie Stammgäste belohnt, ohne dass Neue chancenlos sind.
Wechsle schwere und leichte Runden ab und setze eine bunte Runde ans Ende. Teams, die am Anfang zurückliegen, sollen bis zum Schluss eine Chance sehen.
Fragenarten
Abwechslung bei der Art der Fragen hält den Abend lebendig. Verbreitet sind:
- Offene Fragen: Die Antwort ist ein Begriff, ein Name oder eine Zahl. Das ist die Grundform.
- Auswahlfragen: Drei oder vier Antworten stehen zur Wahl. Gut für schwierige Themen, weil niemand ganz leer ausgeht.
- Bilderrunde: Ein ausgedrucktes Blatt mit Fotos, Logos oder Umrissen liegt auf jedem Tisch. Die Teams können über die ganze Runde daran knobeln.
- Musikrunde: Kurze Ausschnitte werden angespielt, gefragt sind Titel oder Interpret.
- Schätzfragen: Gefragt ist eine Zahl, wer am nächsten dran ist, gewinnt. Ideal als Stichfrage.
- Sortierfragen: Vier Dinge in die richtige Reihenfolge bringen, etwa nach Größe oder Alter.
Ein paar einfache, selbst ausgedachte Beispiele zur Orientierung:
| Art | Frage | Antwort |
|---|---|---|
| Offen | Wie viele Beine hat eine Spinne? | 8 |
| Auswahl | Welche Farbe entsteht, wenn man Blau und Gelb mischt? a) Lila b) Grün c) Orange | b) Grün |
| Sortieren | Ordne nach Größe, klein zuerst: Maus, Pferd, Katze, Elefant | Maus, Katze, Pferd, Elefant |
| Schätzen | Wie viele Erbsen sind in diesem Glas? (Glas steht auf dem Tresen) | vorher selbst gezählt |
Prüfe jede Antwort vorher in mindestens zwei Quellen und formuliere die Fragen eindeutig. Die meisten Streitfälle entstehen nicht durch schwere Fragen, sondern durch ungenaue: „Wie hoch ist der Berg?“ – mit oder ohne Antenne, in Metern oder Fuß?
Antwortbögen
Pro Team und Runde ein Bogen mit Platz für Teamname, Rundennummer und die nummerierten Antworten. So kannst du die Bögen einer Runde einsammeln und auswerten, während schon die nächste läuft.
- Druck lieber ein paar Bögen zu viel aus, für Nachzügler und verschriebene Blätter.
- Eine eigene Spalte für die Punkte erleichtert das Auswerten.
- Für die Auswertung reicht ein Helfer mit Lösungsblatt. Gerade bei vielen Teams spart das Zeit.
- Gib die Bögen nach der Auswertung zurück. Dann kann jedes Team nachzählen, und Fehler werden gleich geklärt.
Punkte und Joker
Die einfachste Wertung: ein Punkt pro richtiger Antwort. Bei zehn Fragen sind also höchstens zehn Punkte je Runde möglich.
- Halbe Punkte: Viele vergeben einen halben Punkt, wenn eine Antwort halb richtig ist, etwa bei Fragen mit zwei Teilen (Titel und Interpret) oder wenn der Nachname stimmt, der Vorname aber fehlt. Wer es einfach halten will, gibt nur ganze Punkte.
- Joker: Jedes Team darf einmal im Quiz die Punkte einer Runde verdoppeln. Den Joker legt das Team vor der Runde fest, sobald das Thema angesagt ist, nicht hinterher. So muss jedes Team abschätzen, wo es stark ist.
- Bonusrunde: Manche Quizabende haben eine Runde mit mehr Punkten, etwa eine Bilderrunde mit 20 Bildern. Sag vorher an, wie viele Punkte es dort gibt.
Die App Pub-Quiz rechnet das alles mit: halbe Punkte, Joker und die Tabelle über alle Runden. Ein Beispiel mit drei Teams und Joker steht auf der App-Seite.
Hausregeln
Sag diese Punkte am Anfang an. Am besten stehen sie auch kurz auf dem Antwortbogen oder einem Blatt am Tresen.
- Handyverbot: Während einer Runde bleiben Handys in der Tasche. Wer nachschlägt, verdirbt allen den Spaß. Verbreitet ist: Wer erwischt wird, bekommt für die Runde keine Punkte.
- Schreibweise: Lege fest, wie streng du bist. Verbreitet ist: Zählt, wenn klar ist, was gemeint ist. Bei Rechtschreibrunden gilt dagegen nur die genaue Schreibweise.
- Eine Antwort pro Frage: Wer zwei Antworten hinschreibt, bekommt keinen Punkt.
- Zahlen: Sag bei Zahlenfragen, ob es eine Toleranz gibt, sonst zählt nur der genaue Wert.
- Die Moderation entscheidet: Bei Streit hat die Moderation das letzte Wort. Wer meint, eine Frage war falsch, spricht das in der Pause an, nicht laut quer durch den Raum.
Gleichstand und Stichfrage
Haben zwei Teams am Ende gleich viele Punkte, teilen sie sich den Platz. Für Platz eins braucht es meist eine Entscheidung. Bewährt hat sich die Schätzfrage: Jedes betroffene Team schreibt eine Zahl auf, wer am nächsten am richtigen Wert liegt, gewinnt. Ist das gleich weit, folgt eine zweite Schätzfrage.
Halte zwei oder drei Schätzfragen bereit, deren Antwort du sicher kennst. Gut sind Dinge im Raum, zum Beispiel ein Glas mit selbst gezählten Erbsen oder die Länge des Tresens in Zentimetern.
Manche Quizabende lassen die Schätzfrage schon bei der Anmeldung oder in der Pause beantworten. Dann liegt die Entscheidung bereit, ohne dass am Ende alle warten müssen.
Zeitplan für einen Abend
Rechne pro Runde mit zehn Fragen etwa 15 bis 20 Minuten, inklusive Vorlesen, Bedenkzeit und Einsammeln. Die Zeiten hängen stark von der Zahl der Teams und vom Tempo der Moderation ab, die Tabelle ist ein Vorschlag für sechs Runden:
| Uhrzeit | Was passiert |
|---|---|
| 19:00 | Einlass, Teams anmelden, Bögen und Stifte verteilen |
| 19:30 | Begrüßung und Regeln, dann Runde 1 |
| 19:50 | Runde 2, dabei Runde 1 auswerten |
| 20:10 | Runde 3, Bilderrunde liegt aus |
| 20:30 | Zwischenstand, Pause |
| 20:50 | Runde 4 |
| 21:10 | Runde 5, zum Beispiel Musikrunde |
| 21:30 | Runde 6, Bilderrunde einsammeln |
| 21:50 | letzte Auswertung, ggf. Stichfrage |
| 22:00 | Siegerehrung |
Moderation
- Lies jede Frage zweimal, langsam und deutlich. Ein Mikrofon hilft schon ab einem mittelgroßen Raum.
- Nummeriere die Fragen laut mit, damit niemand durcheinanderkommt.
- Gib nach jeder Frage ausreichend Bedenkzeit, aber halte das Tempo. Lange Stille kostet Stimmung.
- Löse nach jeder Runde auf. Ein, zwei Sätze zu einer überraschenden Antwort machen den Abend unterhaltsam.
- Zeige den Zwischenstand, am besten groß auf einem Fernseher. Die App hat dafür eine Großanzeige.
- Bleib neutral: keine Hinweise an einzelne Tische, auch nicht für Freunde.
Preise und Startgeld
Kleine Preise reichen völlig: eine Runde für das Siegerteam, ein Gutschein der Kneipe oder ein selbst gebastelter Wanderpokal, den das Siegerteam beim nächsten Mal verteidigen muss. Ein kleiner Preis für den letzten Platz sorgt oft für mehr Lacher als der Hauptpreis.
Wenn ihr ein Startgeld nehmen oder größere Preise vergeben wollt, klärt vorher mit dem Wirt oder im Verein, was erlaubt und üblich ist und wie das Geld verwendet wird. Bei einer Musikrunde mit abgespielten Ausschnitten solltet ihr ebenfalls vorher klären, was dafür nötig ist.
Checkliste
- Fragen für alle Runden fertig, Antworten geprüft, Lösungsblatt ausgedruckt
- Zwei bis drei Schätzfragen als Stichfrage
- Antwortbögen, ein paar extra, und genug Stifte
- Bilderrunde ausgedruckt, ein Blatt pro Team
- Musik für die Musikrunde vorbereitet und getestet
- Mikrofon oder Lautsprecher, falls der Raum groß ist
- Gerät für die Punkte, am besten mit Fernseher für die Großanzeige
- Regeln angesagt: Teamgröße, Handyverbot, Schreibweise, Joker
- Preise bereit und Startgeld geklärt
- Helfer für die Auswertung
Häufige Fragen
Wie viele Personen sollte ein Team haben?
Verbreitet sind zwei bis sechs. Legt eine Obergrenze fest, damit große Gruppen nicht im Vorteil sind.
Wie viele Fragen braucht ein Pub-Quiz?
Für einen Abend reichen fünf bis acht Runden mit je etwa zehn Fragen, also 50 bis 80 Fragen. Dazu ein paar Schätzfragen als Reserve.
Wann muss der Joker gesetzt werden?
Vor der Runde, wenn das Thema bekannt ist, aber noch keine Frage gestellt wurde. Jedes Team hat nur einen.
Was tun, wenn eine Frage falsch war?
Wenn sich herausstellt, dass die Frage unklar oder die Lösung falsch war, streicht die Moderation sie für alle oder lässt mehrere Antworten gelten. Wichtig ist, dass alle Teams gleich behandelt werden.
Gibt es eine App für die Fragen?
Die App Pub-Quiz liefert keine Fragen, sondern zählt Punkte, rechnet Joker und halbe Punkte und zeigt die Rangliste. Die Fragen stellst du selbst zusammen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Wenn eure Runde andere Hausregeln hat, gelten die. Fehler gefunden? Schreib uns.